Mit Rückstellungen sollen Verluste aus Bürgschafts- und Garantierisiken (ohne Berücksichtigung subsidiärer Kreditsicherheiten) aufgefangen werden. Sie werden in Höhe des spezifischen Verlustrisikos gebildet und regelmäßig zur Feststellung der angemessenen Höhe überprüft. Abschreibungen werden vorgenommen, sobald nach Einschätzung der Bank Forderungen als uneinbringlich angesehen werden. Pauschalwertberichtigungen berücksichtigen latente Risiken aus dem Bürgschafts- und Garantiegeschäft.
Laut „Creditreform Wirtschaftsforschung“ hat das Insolvenzgeschehen hat in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Seit 2023 steigen die Fallzahlen sowohl bei Unternehmen als auch bei privaten Verbrauchern kontinuierlich an. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 129.500 Insolvenzverfahren registriert - der höchste Wert seit über einem Jahrzehnt. Bei den Unternehmen nahmen die Insolvenzen um 8,3 % zu und erreichten mit 23.900 Fällen den höchsten Stand seit 2014. Die wirtschaftliche Notlage spiegelt sich auch in den hohen Schäden für Gläubiger wider. Für 2025 wird das Forderungsausfallvolumen auf rund 57 Mrd. Euro geschätzt. Vor allem Großinsolvenzen und die insgesamt gestiegenen Fallzahlen tragen zu diesem Niveau bei.
Die Zunahme der Insolvenzen betrifft alle Altersklassen von Unternehmen. Überdurchschnittlich stark stiegen jedoch die Fallzahlen bei sehr jungen Firmen sowie bei Betrieben im Alter von sieben bis zehn Jahren - dem Zeitraum, in dem Unternehmen erfahrungsgemäß besonders insolvenzanfällig sind. Gegenüber früheren Jahren erhöhte sich auch der Anteil insolventer Unternehmen, die bereits seit mehr als 20 Jahren bestehen. Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten verzeichneten einen leicht überdurchschnittlichen Anstieg der Fallzahlen (+8,9 %). Diese kleinen Unternehmen machen mit 81,6 % den größten Anteil am Insolvenzgeschehen aus.
Branchenseitig verzeichnen insbesondere das Verarbeitende Gewerbe und der Handel deutliche Zuwächse. Mit über 14.000 Fällen ist das Dienstleistungsgewerbe jedoch weiterhin der größte Insolvenztreiber. Regional zeigen sich ebenfalls starke Unterschiede: Berlin weist mit 130 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen die höchste Quote auf, während Thüringen mit 48 Fällen am unteren Ende liegt. In allen Bundesländern ist jedoch ein Aufwärtstrend zu erkennen. Besonders ausgeprägt war der Zuwachs in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wo die Insolvenzquote jeweils um 10 %-Pkt. stieg.
Die durch die Bürgschaftsbank geförderten Unternehmen sind aufgrund unverändert struktureller Schwächen besonders gefährdet. Neben einer Eigenkapitallücke ist die Ertragskraft oftmals noch nicht zufriedenstellend und nicht gefestigt. Somit hat die Bürgschaftsbank im Berichtsjahr (nach Rückbürgschaften) für gefährdete und notleidende Bürgschaftsengagements in Höhe von insgesamt EUR 11,1 Mio. (Vorjahr: EUR 6,5 Mio.) neue Rückstellungen, Einzelwertberichtigungen und Direktabschreibungen gebildet.
Die Erträge aus der Auflösung von in den Vorjahren gebildeten Einzel- und Pauschalrückstellungen für Bürgschaftsrisiken und die Rückflüsse auf bezahlte Ausfälle belaufen sich auf EUR 6,4 Mio. (Vorjahr: EUR 7,3 Mio.). Sie kompensieren somit den Aufwand der Bank für die für neue Risiken erforderlichen Rückstellungen zu knapp 60 %.
Bei vorsichtiger Bewertung der herausgelegten Bürgschaften - auch unter Berücksichtigung der aktuell multiplen Krisen - hat die Bank in ausreichender Höhe Einzel- und Pauschalwertberichtigungen für erkennbare bzw. latente Risiken gebildet. Die Vorsorgequote, d. h. das Verhältnis von Einzelrückstellungen bezogen auf das Gesamtobligo der ausgereichten Bürgschaften und Garantien, hat sich mit 13,8 % gegenüber dem Vorjahreswert von 13,4 % geringfügig erhöht und liegt im Mehrjahresvergleich auf unverändertem Niveau.
Die Ausfälle aus dem Obligo betrafen 55 Bürgschaftsverträge und vier Garantieverträge (Vorjahr: 37 Bürgschaftsverträge und vier Garantieverträge) in Höhe von knapp EUR 8,4 Mio. brutto (Vorjahr: rund EUR 8,0 Mio.). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Ausfälle regelmäßig mit einem beachtlichen zeitlichen Verzug zum Tag der Kreditkündigung bezahlt werden.
Vermögenslage
Die Aktivseite der Bürgschaftsbank besteht zu mehr als 90 % aus Liquiditätsreserven; der
Differenzbetrag entfällt im Wesentlichen auf die Sachanlagen der Bank und hier weit überwiegend auf deren Betriebsimmobilie. Die Passivseite wird durch die Eigenmittel, welche durch den ausgewiesenen Jahresüberschuss gestärkt werden konnten, sowie Rückstellungen, insbesondere für Risiken aus dem Bürgschafts- und Garantiegeschäft, geprägt. Es bestehen faktisch keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Liquidität
Die Liquidität war auch im Berichtsjahr stets gegeben. Die Liquiditätskennzahl betrug zu den Meldestichtagen 4,00 bzw. 3,84 und übertraf damit deutlich den gesetzlich geforderten Wert von 1,0.
Eigenmittel
Die Bürgschaftsbank weist per 31.12.2025 anrechenbare Eigenmittel von EUR 78,1 Mio. (Vorjahr: EUR 70,7 Mio.) aus.
Mit einer Gesamtkapitalquote von 42,34 % (Vorjahr: 43,27 %) sowie einer harten Kernkapitalquote von 40,48 % (Vorjahr: 41,28 %) liegt die Bank per 31.12.2025 deutlich über dem gesetzlich geforderten Mindestwert von 10,5 % zuzüglich SREP-Zuschlag.
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