Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2025 nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland 0,3 %. Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr.
Die Bruttowertschöpfung ging 2025 insgesamt leicht zurück. Preisbereinigt lag sie 0,1 % niedriger als im Vorjahr. Zwischen den Branchen gab es aber große Unterschiede. Im Verarbeitenden Gewerbe wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % ab. Der Rückgang war damit weniger stark als in den beiden Vorjahren. Vor allem große Bereiche wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau hatten Einbußen zu verzeichnen. Beide Branchen sahen sich stärkerer Konkurrenz auf den weltweiten Absatzmärkten ausgesetzt. In der Chemieindustrie und anderen energieintensiven Industriezweigen unterschritt die wirtschaftliche Aktivität das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals leicht.
Auch für das Baugewerbe war 2025 erneut ein schwieriges Jahr. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank nochmals um 3,6 %, die Zahl der Insolvenzen nahm zu. Anhaltend hohe Baupreise bremsten insbesondere den Hochbau und das Ausbaugewerbe deutlich aus. Besser war die Lage im Tiefbau: Der Neubau und die Instandsetzung etwa von Straßen, Bahnstrecken oder Energienetzen sorgten dafür, dass das Vorjahresniveau leicht übertroffen wurde.
Im Dienstleistungsbereich zeigte sich ein gemischtes Bild: So sank die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister im Vorjahresvergleich (-0,8 %). Die sonstigen Dienstleister, etwa für Sport, Unterhaltung und Erholung, mussten ebenfalls Einbußen hinnehmen (-0,3 %). Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung dagegen an (+1,2 %). Hierzu trug insbesondere der Einzelhandel bei. Das Gastgewerbe erwirtschaftete hingegen weniger als im Vorjahr. Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wuchs die Wertschöpfung erneut (+1,4 %).
Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen im Jahr 2025 preisbereinigt deutlich gegenüber dem Vorjahr. Die preisbereinigten privaten Konsumausgaben nahmen insgesamt um 1,4 % zu. Besonders für Gesundheit gaben die privaten Haushalte mehr Geld aus als im Vorjahr (+3,8 %). Auch die Ausgaben für Mobilität nahmen zu (+2,7 %). Dazu trugen vor allem gestiegene Pkw-Käufe bei. Weniger als im Vorjahr gaben die privaten Haushalte dagegen erneut für Gastronomie und Beherbergung aus (‑0,6 %). Der Staatskonsum stieg 2025 mit einem preisbereinigten Zuwachs von 1,5 % noch etwas stärker als der private Konsum. Hauptursache für den Anstieg war, dass die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgeben musste. Auch das vom Staat gezahlte Arbeitnehmerentgelt erhöhte sich weiter.
Die Bruttoanlageinvestitionen sanken insgesamt um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bauinvestitionen gingen um 0,9 % zurück und damit das fünfte Mal in Folge. Anhaltend hohe Baupreise dürften dazu geführt haben, dass vor allem Vorhaben im Wohnungsbau nicht realisiert wurden. Mehr investiert wurde dagegen in Nichtwohnbauten wie Straßen, Brücken, Fabriken oder Bürogebäude. Die Investitionen in Ausrüstungen - also Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - nahmen 2025 noch stärker ab als die Bauinvestitionen. Preisbereinigt lagen sie im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 % niedriger. Deutlich gestiegene investive Ausgaben des Staates, vor allem für Verteidigung, glichen dabei das Minus bei den gewerblichen Ausrüstungsinvestitionen nicht aus.
In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr gingen die Exporte 2025 nochmals zurück (-0,3 %), das war der dritte Rückgang in Folge. Ursächlich waren die Warenausfuhren, die das Vorjahresniveau preisbereinigt um 0,7 % unterschritten. Betroffen waren Kernbereiche der deutschen Exportwirtschaft: Nach den bislang vorliegenden Daten der Außenhandelsstatistik bis Oktober 2025 wurden weniger Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse exportiert. Die Dienstleistungsexporte waren dagegen preisbereinigt 1,1 % höher als im Vorjahr. Auf der Importseite war die Situation im Jahr 2025 gänzlich anders: Nach zwei Jahren mit Rückgängen legten die Einfuhren preisbereinigt kräftig um 3,6 % zu. Treiber waren die Warenimporte, die deutlich um 5,1 % anstiegen. Unter anderem wurden mehr Maschinen, elektrische Ausrüstungen, pharmazeutische Erzeugnisse und Nahrungsmittel importiert als im Jahr 2024. Die Einfuhren von Dienstleistungen fielen mit einem Zuwachs von 0,2 % hinter die Wachstumsraten der Vorjahre zurück.
Laut „KfW-ifo-Kredithürde Q4 2025“ verschärfte sich der Zugang zu Krediten für Unternehmen mit Finanzierungsbedarf weiter. Mehr als jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) berichtet von Einschränkungen bei der Kreditaufnahme - wieder ein neuer Höchststand. Die Kredithürde für kleine und mittlere Unternehmen, also der Anteil der Unternehmen, die das Bankverhalten bei der Kreditvergabe als restriktiv wahrnehmen, erreichte im vierten Quartal 2025 mit 37,8 % einen Rekordwert seit Beginn der Erfassung. Auch bei Großunternehmen ist die Wahrnehmung restriktiver Kreditvergabe deutlich auf 29,4 % gestiegen. Hauptursachen sind die anhaltend schwache Konjunktur, wirtschaftliche Strukturprobleme und externe Herausforderungen, die Banken zu vorsichtiger Vergabepolitik veranlassen. Branchenübergreifend erreichten die Hürden für Kreditvergaben neue Höchstniveaus. Im Mittelstand waren besonders der Einzelhandel (45,2 %) und der Dienstleistungssektor (41,4 %) betroffen. Bei Großunternehmen wurden Rekordwerte im Einzelhandel (49,7 %) und Großhandel (41,7 %) festgestellt. Das Finanzierungsinteresse der Unternehmen bleibt ebenfalls gering. Nur rund jeder fünfte Mittelständler führte im vierten Quartal Kreditverhandlungen - deutlich weniger als im langfristigen Durchschnitt. Bei den Großunternehmen dagegen stieg der Anteil deutlich um 4,3 %-Pkt. auf 31,5 % und erreichte damit beinahe seinen langfristigen Durchschnitt.
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 46,0 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr blieb der Wert nahezu unverändert. Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen. Allerdings hatte der Anstieg seit Anfang 2024 deutlich an Dynamik verloren und kam nun 2025 zum Erliegen. Wie im Vorjahr legte die Beschäftigung ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen zu, vor allem im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit. Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sank dagegen erneut.
Gemäß „Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung der Länder“ schrumpfte das preisbereinigte BIP in Nordrhein-Westfalen (NRW) im ersten Halbjahr 2025 vorläufig leicht um 0,2 % (Deutschland insgesamt: +/-0,0 %). Laut „Konjunkturbericht Nordrhein-Westfalen 2026 #1“ dürfte die Wirtschaftsleistung in Nordrhein-Westfalen zum Jahresende 2025 nochmal leicht zurückgegangen sein, nachdem sie die drei Quartale zuvor leicht gestiegen war. Für das Gesamtjahr 2025 dürfte das Bruttoinlandsprodukt in NRW stagnieren. Im Vergleich dazu wurde für Deutschland insgesamt ein leichter Zuwachs von 0,2 % gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Damit hinkt die wirtschaftliche Entwicklung in NRW der gesamtdeutschen nach wie vor etwas hinterher.
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